So spekulieren Sie auf den Goldpreis

Um auf den Goldpreis zu spekulieren, stehen Privatanlegern viele Finanzinstrumente zur Verfügung. Wir beleuchten die Chancen und Risiken:

Goldminenaktien

Tendenziell gehören Goldminenaktien zu den eher spekulativen Anlageformen. Zwar entwickelt sich der Aktienkurs in der Regel synchron zum Goldpreis, doch kommen bei Goldminenaktien noch einige Risiken hinzu. So sollten in jedem Fall die Förderkosten der Unternehmen unter die Lupe genommen werden, um zu sehen bis zu welchem Goldpreis die Gesellschaft profitabel arbeiten kann. Hinzu kommt ein gewisses Risiko durch äußere Umstände wie politische Unruhen, Streiks, Naturkatastrophen und so weiter.

Anstatt in eine Einzelaktie zu investieren, gibt es Fonds, die das Risiko über mehrere Aktien streuen.

Physischer Besitz

Der physische Besitz von Goldbarren und Goldmünzen gilt als synonym für sichere Geldanlage. Schließlich hat Gold einen inneren Wert und kann nicht vermehrt werden. Genau das kann jedoch auch als Nachteil angesehen werden, denn der physische Goldbesitz wirft keine Zinsen ab.

Hinzu kommen verschiedene Kosten:

  1. Die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs (Spread)
  2. Kosten für die Lagerung (Ein Bankschließfach ist schon ab 50 Euro pro Jahr zu haben)
  3. Prägekosten (Allgemein gilt je kleiner die Stückelung, desto höher die Kosten)

Zertifikate auf den Goldpreis

Goldzertifikate sind eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit, um an der Entwicklung des Goldpreises zu partizipieren. Diese Derivate bilden den Goldpreis ab und können über die Börse oder außerbörslich gehandelt werden. Einige Goldzertifikate, die sogenannten „Quanto-Zertifikate“, sind währungsgesichert – für eine Gebühr wird das Währungsrisiko zwischen Euro und Dollar abgesichert.

Die einzige Gefahr (neben einem Kursverlust) bei Goldzertifikaten nennt sich Emittentenrisiko, denn Zertifikate sind nichts anderes als Schuldverschreibungen einer Bank – die bei einer Insolvenz, im schlimmsten Fall, wertlos werden können.

Besicherte Zertifikate: ETCs

Eine Sonderform der Zertifikate sind die ETCs (Exchange Trades Commodities). Auch diese bilden den Goldpreis ab, setzten aber an der Schwachstelle der Zertifikate an: Dem Emittentenrisiko. ETCs sind physisch durch den Basiswert besichert. Das bedeutet auch im Fall einer Bankenpleite behält das Wertpapier seinen Wert, da der Anleger Anspruch auf die Herausgabe der Sicherheiten hat.

Optionsscheine auf Gold

Optionsscheine sind verbriefte Optionen auf einen Basiswert. Einfach gesagt verbriefen Optionsscheine das Recht eine bestimmte Menge Gold zu einem bestimmten Preis und innerhalb einer bestimmten Frist zu kaufen oder zu verkaufen. Es handelt sich hier also um ein Termingeschäft.

Da nur ein kleiner Teil des Basiswertes hinterlegt werden muss, besitzen Optionsscheinen eine Hebelwirkung. Dadurch lassen sich große Gewinne erzielen, es besteht aber auch ein erhöhtes Risiko – bis hin zum Totalverlust. Zudem haben Optionsscheine einen Zeitwertverfall der als Theta angegeben wird.

 

Geld verdienen mit Rohstoffen – Ihr perfektes Investment?!

Obwohl die Preise für Rohstoffe immer noch stetig steigen, halten sich deutsche und österreichische Privatanleger noch zurück. Doch es ist sicher nicht zu spät, noch auf den Rohstoffzug aufzuspringen. Denn die große Nachfrage aus China und Indien wird die Preise auch langfristig weiter ansteigen lassen.

Rohstoffe sind zum kostbaren Gut geworden. Nur kaum einer profitiert davon. Denn von den Gewinnern steigender Rohstoffpreise, den Minengesellschaften und Ölförderern, halten sich deutsche und österreichische Privatanleger weitgehend fern. Die Sorge vieler Anleger ist, dass es bereits zu spät sei, um auf den Rohstoffzug aufzuspringen. Die Entwicklung der Rohstoffpreise ist starken Schwankungen unterworfen. Das sorgt für Verunsicherung. Zum Beispiel das Kupfer. Seit Mitte vergangenen Jahres korrigierte der Kupferpreis stark. Inzwischen hat das Metall wieder neue Höchststände erreicht. Zwischenzeitliche Dämpfer ändern nichts daran, dass sich der Preis innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt hat.

In einem Punkt sind sich die Experten einig: Öl und andere Rohstoffe werden noch lange teuer bleiben oder im Preis steigen. Das Land China deckt alleine über vierzig Prozent der weltweiten Nachfrage nach Eisenerz ab. Im Schatten Chinas wächst mit Indien ein zweiter Riese heran. Bis zum Ende des Jahres 2020 wird das Land seinen Energieverbrauch verdoppeln. Das treibt auch die Nachfrage nach anderen Rohstoffen voran.

Wer sich um die Rohstoffe im Einzelnen nicht kümmern will, ist mit einem aktiv gemanagten Rohstofffonds besser bedient. Eine Art Marktführer unter diesen Fonds ist zum Beispiel das Produkt von Merrill Lynch, welches in Bergbaukonzerne und Goldminenaktien investiert. Daneben gibt es auch reine Goldminenaktienfonds. Wer möglichst alle Bereiche mit einem Fonds abdecken möchte, achtet darauf, dass der Fonds auch den Energiesektor berücksichtigt.

Handel mit Rohstoffen

Rohstoffe faszinieren die Menschen schon seit Ewigkeiten. So ist der Handel mit Rohstoffen seit Jahrhunderten dafür verantwortlich, dass sich Arbeitsteilung und wirtschaftlicher Fortschritt entwickeln konnten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das weltweite Wirtschaftswachstum ist abhängig von einem ausreichenden Vorhandensein von Rohstoffen. Diese müssen zur richtigen Zeit in ausreichender Menge bereit stehen, um z.B. Energie zu produzieren oder als Industriemetalle für Maschinen und Infrastruktur.

Was früher nur institutionellen Händlern möglich war, der Handel mit Rohstoffen, können nun auch Privatanleger. Investitionen in Rohstoffe bieten interessante Rendite-Möglichkeiten, da die Märkte sehr volatil sind und Investoren in beide Richtungen spekulieren können.

Investiert werden kann in Gold, Silber, Palladium, Platin, Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Öl (Brent und WTI), aber auch auf Agrarrohstoffe wie Weizen, Kaffee, Zucker und Soja. Insbesondere die expansive Geldpolitik in Europa und den USA haben die industrielle Nachfrage und das der Investoren deutlich nach oben getrieben. Die zunehmende Staatsverschuldung hat zusätzlich noch die Inflationsangst befeuert.

Besonderheiten von Rohstoff-Spekulationen
Wer in Rohstoffmärkte investieren möchte, sollte sich über einige Besonderheiten dieser Vermögensklasse aber im Klaren sein. Den Rohstoffe sind starken Preisschwankungen ausgesetzt. Sie sind also überdurchschnittlich volatil. Privatanleger sind meist nicht an einer physischen Lieferung der Rohstoffe interessiert, sondern möchten an der Wertentwicklung partizipieren. Damit scheidet der Spotmarkt für private Investments aus. Stattdessen müssen Sie auf Futures zurückgreifen.

Produkte, mit denen auf fallende oder steigende Rohstoffkurse spekuliert werden kann, sind z.B. Zertifikate in Form von Hebelzertifikaten (Knock-Outs), Indexzertifikaten, ETC und Optionsscheinen. Neu hinzugekommen sind zudem noch CFDs auf Rohstoffe (Contracts für Difference), die sich wachsender Beliebtheit erfreuen.

Der S&P GSCI Total Return

Der S&P GSCI in der Variante Total Return ist der wichtigste Rohstoffindex. Er wird von Standards & Poor und Goldman Sachs geführt und enthält über 20 verschiedene Rohstoffe. Seinen Höchststand hatte er 2008 vor dem Ausbruch der Finanzkrise.

Wie volatil Rohstoffmärkte sein können, konnte zuletzt beim Silber mitverfolgt werden. Nach einem kometenhaften Aufstieg auf bis zu 48 US-Dollar folgte ein Absturz von 30% innerhalb einer Woche. Gold dagegen konnte sich in der Nähe des Allzeit-Hochs bei ca. 1.570 Dollar je Unze halten und war einmal mehr der sichere Hafen der Anleger. Bei den Industriemetallen konnte der Kupferpreis zuletzt ein Hoch bei 10.000 Dollar je Tonne markieren.

Für alle Investments gilt, vor dem Abschluss Chancen und Risiken wie Prognosen für die Zukunft, Kursentwicklungen aus der Vergangenheit und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage genau gegeneinander abzuwägen.